Qualitätsentwicklung Kinder- und Jugendhilfe

Modellprojekt für Niedersachsen zur gelingenden Qualitätsentwicklung in der Kinder- und Jugendhilfe ist gestartet

Zur partizipativen Entwicklundslandesamtsozialesng von fachlichen Empfehlungen zur Qualitätsentwicklung in der Kinder- und Jugendhilfe nach § 79a SGB VIII hat das Land Niedersachsen im Juni 2016 ein Modellprojekt gestartet, mit dem in vier ausgewählten Modelljugendämtern bereits bestehende Elemente der Qualitätsentwicklung aufgegriffen und in einem strukturierten Prozess die Weiterführung und Weiterentwicklung der Qualitätsentwicklung durchgeführt werden soll. Dem Modellprojekt zugrunde liegt die Auffassung von Qualität als Gelingen und von Qualitätsentwicklung als Organisationsentwicklung. Dabei wird unter der fachlichen Begleitung von ArtSet nach der Logik der Kundenorientierten Qualitätsentwicklung für soziale Dienstleistungsorganisationen (KQS) mit zwölf Qualitätsbereichen vorgegangen.

Das Projekt zur gelingenden Qualitätsentwicklung in der Kinder- und Jugendhilfe soll in der geplanten Laufzeit bis Ende 2018 dazu führen, dass die beteiligten Modelljugendämter ihre Qualitätsentwicklungsprozesse strukturiert haben und ihre weitere Qualitätsentwicklung eigenständig durch- und fortführen können. Im Rahmen des Modellprojektes sollen auch Instrumente und Verfahren der Qualitätsentwicklung entwickelt werden, die auf andere Jugendämter in Niedersachsen übertragbar sind. Die durchgeführten Prozesse werden daher wissenschaftlich aufbereitet, ausgewertet und in einem Transferkonzept zusammengefasst, so dass auch nicht direkt am Projekt beteiligten Jugendämtern ein strukturierter Rahmen zur Verfügung steht, der für die jeweiligen Qualitätsentwicklungsprozesse vor Ort genutzt werden kann.

Als Fundament des Prozesses entwickelten die Beteiligten gemeinsam eine Definition gelungener Kinder- und Jugendhilfe:

Kinder und Jugendhilfe ist gelungen, wenn …

  •  …der Kunde / die Kundin als Kundige/r in eigener Sache akzeptiert und ihr / ihm mit Achtung und Respekt begegnet wurde;
  • … die Lebenswelt der Kunden verstanden und das gesamte System in den Blick genommen wurde sowie alle relevanten Akteure beteiligt waren;
  • … Vertrauen aufgebaut wurde und die Mitwirkungs- und Veränderungsbereitschaft der Kunden aktiviert wurden;
  • … sie als Prozess erlebt wurde, in dem angemessen klar, transparent und professionell kompetent mit der Problemstellung der Kunden umgegangen wurde;
  • … durch die Klärung der Rahmenbedingungen und Ressourcen ein individuell passendes Unterstützungsangebot zur selbstständigen Bewältigung des Alltags der Kunden geführt hat;
  • … Kinder und Jugendliche unter förderlichen Lebensbedingungen aufwachsen können;
  • … ein Ergebnis erzielt wurde, das den Kunden ein Leben in eigenständiger Verantwortung sich und anderen gegenüber möglich macht.